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Schwarzbuch Öl: Eine Geschichte von Gier, Krieg, Macht und GeldQuelle: AmazonISBN: 3548369952 9,95 EUR
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Beschreibung
Kunden Meinungen
Das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt
Datum:28.02.2006 - Rating: 5/5In den deutschen Kinos startet gerade der Politthriller „Syriana“, als in Saudi-Arabien zwei El-Kaida-Selbstmordattentäter beim Versuch scheitern sich mit ihren Autos an einem der äußeren Zugänge zur Raffinerie von Abkaik in die Luft zu sprengen. In Abkaik steht nicht irgendeine Erdölanlage. Zitat aus dem „Schwarzbuch Öl“: „Durch Abkaik fließen täglich fast sieben Millionen Barrel Öl, Abkaik ist der Knotenpunkt der saudischen Ölindustrie und damit der verwundbarsten Industrieanlagen der Welt.“ Der frühere CIA-Agent Robert Baer nennt die Anlage in seinem Buch „Die Saudi-Connection“ als ideales Ziel für Terroristen und beschreibt minutiös eine folgenschwere Detonation. „Auch wenn der saudische Außenminister, seine Hoheit Prinz Saud al Faisal, bei einer Pressekonferenz im Wiener Imperial Buchautoren wie Baer als anti-saudische Propagandisten abtat“, wie Thomas Seifert und Klaus Werner schreiben, bekommt die Beschreibung von Baer bei Meldungen wie vom misslungenen Anschlag am 24. Februar 2006 nahezu prophetischen Charakter.
Was gibt es zum „Schwarzbuch Öl“ sonst zu sagen? Die beiden Autoren nehmen die Leser auf mehr als 300 Seiten in bester Reportermanier mit an die Erdölfront. In fünf Kapiteln werden unter anderem der Konflikt am Persischen Golf, die „als Mutter aller Schlachten“ bezeichnet wird, der allumfassenden Einfluss der Öl-Lobby und die Funktion von Öl als „Demokratie-Antiserum“ beschrieben. Besonders wichtig finde ich, dass mögliche Wege aus der „Erdölfalle“ gezeigt werden. Kurzum: Das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt. Endlich erfährt man spannend und verständlich aufbereitet, was wirklich hinter den explodierenden Treibstoffpreisen steckt.
Das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt
Datum:27.02.2006 - Rating: 5/5In den deutschen Kinos startete gerade der Politthriller "Syriana", als am 24. Februar 2006 in Saudi-Arabien zwei El-Kaida-Selbstmordattentäter beim Versuch scheitern, sich mit ihren Autos an einem der äußeren Zugänge zur Raffinerie von Abkaik in die Luft zu sprengen. In Abkaik steht nicht irgendeine Erdölanlage. Zitat aus dem "Schwarzbuch Öl": "Durch Abkaik fließen täglich fast sieben Millionen Barrel Öl, Abkaik ist der Knotenpunkt der saudischen Ölindustrie und damit eine der verwundbarsten Industrieanlagen der Welt." Der frühere CIA-Agent Robert Baer bezeichnet die Anlage in seinem Buch "Die Saudi-Connection" als ideales Ziel für Terroristen und beschreibt minutiös eine folgenschwere Detonation. "Auch wenn der saudische Außenminister, seine Hohheit Prinz Saud al Faisal, bei einer Pressekonferenz im Wiener Imperial Buchautoren wie Baer als anti-saudische Propagandisten abtat“, wie Thomas Seifert und Klaus Werner schreiben, bekommt die Beschreibung von Baer bei Meldungen wie dem misslungenen Anschlag am 24. Februar 2006 nahezu prophetischen Charakter.
Was gibt es zum „Schwarzbuch Öl“ sonst zu sagen? Die beiden Autoren nehmen die Leser auf mehr als 300 Seiten in bester Reportermanier mit an die Erdölfront. In fünf Kapiteln werden unter anderem der Konflikt am Persischen Golf, den sie „als Mutter aller Schlachten“ bezeichnen, der allumfassenden Einfluss der Öl-Lobby und die Funktion von Öl als „Demokratie-Antiserum“ beschrieben. Zum Abschluss werden mögliche Wege aus der „Erdölfalle“ gezeigt. Kurzum: Das richtige Buch zum richtigen Zeitpunkt. Endlich erfährt man spannend und verständlich aufbereitet, was wirklich hinter den explodierenden Treibstoffpreisen steckt.
unterhaltsam aber ohne große Sorgfalt geschrieben
Datum:12.02.2006 - Rating: 3/5Die reißerische Überschrift im ersten Kapitel: "Die Welt hängt am Tropf - Die Öl-Sucht der
Industriegesellschaft" weist darauf hin: Thomas Seifert ist Redakteur beim Wochenmagazin NEWS,
dem österreichischen Aushängeschild des Boulevardjournalismus. Folgerichtig ist das Buch
geprägt von durchaus gefälliger Unterhaltung bei geringen Ansprüchen an genau recherchierte Inhalte.
Einige Beispiele gefällig ?
Die Grafik im ersten Kapitel welche die historische Entwicklung der Rohölpreise seit 1861 darstellt ist falsch beschriftet und verkehrt deren Kernaussage ins Gegenteil.
Richtig ist, daß trotz eines aktuellen Ölpreises von ca. 60 Dollar pro Barrel die heutige Situation noch nicht so brisant ist wie etwa 1980, als der Preis nominal zwar nur ca. 35 Dollar betrug, dies aber inflationsbereinigt heute 80 Dollar entsprechen würde.
Auf S. 194 erfährt man, daß der norwegische Ölfonds "über 800 Milliarden Dollar" wert ist, auf S. 197 dass "der Erdölfonds bis zum Jahr 2010 einen Wert besitzt, der 93 Prozent des norwegischen Bruttoinlandsprodukts entspricht". Die Norweger würden sich freuen, entspräche dies der Wahrheit: sie wären dann DIE weltweiten Superstars beim pro-Kopf Bruttoinlandsprodukt. Tatsächlich betrug das BIP von Norwegen im Jahr 2003 170 Milliarden EUR - bei der ersten Wertangabe des Ölfonds wurden wohl norwegische Kronen mit Dollar verwechselt.
Auf S. 253 werden die Ölreserven von BP mit 10.100 Mio. Barrel angegeben, eine Seite später mit 18,3 Milliarden Barrel.
Auf S. 237 erfährt man daß die weltweiten Ölreserven im Jahr 2004 1188.6 Milliarden Barrel betrugen,
3 Seiten später liest man von 1050 Milliarden Barrel.
Die oben angeführten Widersprüche sind für den aufmerksamen Leser unmittelbar ersichtlich - die Frage ist: wenn schon diese beim Redigieren nicht aufgefallen sind, wieviele weniger offensichtliche Fehler sind dann im Buch noch enthalten ?
Ärgerlich und das Verständnis erschwerend ist zudem, daß im Buch viele Zahlen zu Ölmengen genannt werden, aber unterschiedliche Maßeinheiten verwendet werden: meist Barrel, manchmal aber auch Tonnen oder Liter.
Wenn man mit diesen Schwachpunkten leben kann bleibt eine locker und unterhaltsam geschriebene Einführung über das Geschäft mit der Förderung von Rohöl und dessen wirtschaftlichen, ökolologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen,insbesondere in den Förderländern.
Informationen satt zu einem unvermeidlichen Thema
Datum:27.12.2005 - Rating: 5/5Ein typisches Werk des Genres "Patchwork-Publizistik": Journalisten veröffentlichen ihre gesammelten Reportagen bearbeitet und unter einem einigenden Leitgedanken in Buchform. Doch der Kitt, mit dem die journalistischen Versatzstücke verbunden werden, ist mitunter etwas dünn gemischt. Einem in der Tageshektik entstandenen Zeitungsartikel mag man Stilblüten (wie z. B., dass Wolfsburg "der ground zero der deutschen Automobilindustrie" sei) noch verzeihen, einem Buch mit seiner hoffentlich längeren Lebensdauer dagegen nicht. Trotzdem bietet sich dieser Polit-Sampler perfekt dazu an, der eigenen politischen Bildung im Rundumschlag auf die Sprünge zu helfen - wobei man nicht zart besaitet sein sollte: Die Öl-Historie ist naturgemäß eine Chronik von Krieg, Elend und Betrug. Bürgerkrieg im Sudan, die Yukos-Affäre, der Tschetschenien-Krieg, die Gazprom-Pipeline - es geht immer nur um eins: Energie. Das Buch vermittelt Informationen satt und ist darum, so finden wir, allen zu empfehlen, die über eines der wichtigsten Themen unserer Zeit auf dem aktuellen Stand sein wollen.
Der Fluch der "Tränen des Teufels"
Datum:08.12.2005 - Rating: 4/5Meine Erwartungen an dieses Buch waren aufgrund der für mich weltbewegenden Lektüre von "Schwarzbuch Markenfirmen" (Hans Weiss/Klaus Werner), die für mich mit einer kompletten Veränderung meines Konsumverhaltens einherging, sehr hoch. Großteils wurden sie auch erfüllt – die enorme Bewusstseinsveränderung, die das "andere Schwarzbuch" bei mir bewirkt hat, ist diesmal ausgeblieben. Warum? Vielleicht, weil es die Autoren trotz genauer Auflistung aller Grausamkeiten rund um das hässliche, brutale und menschenverachtende Geschäft mit dem Öl diesmal nicht so recht geschafft haben, mich wütend zu machen. Vielleicht liegt das am eher nüchternen Tonfall des Buches. Da reihen sich Fakten an Fakten, die, auch wenn sie zur Untermauerung der in wohl mühevoller Recherchierarbeit zusammengetragenen Fakten dienen und ihnen die notwendige Glaubwürdigkeit verleihen, manchmal überhand nehmen. Manchmal sah ich vor lauter Zahlen den Wald nicht mehr. Aufgrund der zahlreichen Zahlen und Fakten liest sich das Buch in meinen Augen nicht, wie vom Verlag versprochen, wie ein Thriller. Dafür aber wie ein spannendes und aufrüttelndes und hervorragend dokumentiertes Sachbuch, das es ja letztlich ist. Was andere vielleicht positiv finden – die mangelnde Emotionalität der Autoren – war für mich ein Manko. Ich hätte mir eine leidenschaftlichere Herangehensweise an das Thema gewünscht. Auch wenn klar ist, was die Autoren vom Ölkartell der OPEC halten und von den Machenschaften der rücksichtslosen Ölkonzerne, die aus Profitgier Menschen vertreiben und umbringen lassen, Bürgerkriege und Despoten anstacheln, mit Milizen paktieren, um an Förderkonzessionen zu kommen und ungerührt Lebensräume zerstören, so fehlt mir ein wenig die deutliche Stellungnahme zu den nachweislich wahren Ungeheuerlichkeiten, die sie beschreiben.
Apropos: Gut gelacht habe ich bei der Behauptung der Autoren auf Seite 23, Houston/Texas wäre in den 80-er Jahren aufgrund der billigen Rohstoffpreise "zu einer Geisterstadt verkommen". Wer wie ich tatsächlich zu dieser Zeit in Houston war, kann versichern, dass Houston damals wie heute eine boomende Millionenstadt war, deren abgeschwächtes Wirtschaftswachstum weder für die Touristin noch die Geschäftsreisende spürbar war.
Ansonsten hat mich an diesem Buch die sehr eigenwillige und offensichtlich willkürliche Mischung von alter und neuer deutscher Rechtschreibung gestört. Geschlagene sieben Jahre nach Einführung der neuen Rechtschreibung sollte es Verlag und Autoren zumutbar sein, diese durchgehend umzusetzen. Oder sich meinetwegen dagegen zu entscheiden – dann aber bitte konsequent.
Auf jeden Fall bewirkt die Lektüre ein "Aha-Erlebnis": Nämlich ein Verständnis für die geopolitischen Zusammenhänge der heutigen Welt, in der sich alles um die "Tränen des Teufels" dreht. Klar und deutlich haben die Autoren die Wechselwirkungen zwischen Krieg, Gier, Macht, Geld und Öl herausgearbeitet. Erschreckend die Erkenntnis, dass die Welt vom Öl abhängig ist wie ein Heroinsüchtiger von seinem Stoff. Anders als beim "Schwarzbuch Markenfirmen", das der einzelnen Konsumentin viele Tipps zum sozial verantwortungsvollen Konsum bietet, gibt es hier leider wenig Alternativen. Weniger Auto fahren, weniger fliegen, klar. Aber sonst? Sich politisch engagieren oder die Verwendung von alternativen Energieformen zu forcieren ist wohl der Durchschnittsbürgerin – zu Recht oder zu Unrecht – zu mühsam. Ich zähle darauf, dass es weiterhin mutige AktivistInnen und JournalistInnen gibt, die sich nicht zu schade sind, sich für eine gerechtere Welt einzusetzen. Weiter so!
